Weiterbildung Theater- und Musikmanagement
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Netzwerktreffen

2019: Gut und fair verhandeln

Ob frei oder festangestellt, die Gage der Theaterschaffenden muss immer verhandelt werden. Aus zwei Perspektiven wurden in Workshops Konzepte und Bedingungen für faire Honorar- und Gagenverhandlungen erarbeitet: Zum einen aus der Sicht der freien Theaterkünstler*innen, wo vor allem Fragen zu den Entwicklungsmöglichkeiten, Gagentransparenz und vertrauensbildende Maßnahmen gesprochen wurde. Und zum anderen aus der Sicht von Intendant*innen und verhandelnden Produzent*innen, wo objektive Kriterien für ein internes Gagengefüge die größte Rolle spielten.
Aus dem Katalog an Kriterien für Fairness: Fairness bedeutet… Verhandlungsspielraum, ein objektiver Fahrplan, Kommunikation, „Augenhöhe“, Vergleich mit anderen, Herrschaftswissen zu teilen, vielleicht ein Vertrag für alle?
Zum nächsten Netzwerktreffen soll der Kriterienkatalog für eine gute und faire Gagenverhandlung konkretisiert werden.

2018: Quo Vadis, Alumniverein?

Nach vielen Jahren des Schaffens und Treffens war es an der Zeit, den Verein selbst in seinen Strukturen und seinem Potential zu beleuchten. Was sind die Stärken des Alumnivereins Theater- und Musikmanagement München e.V.? Was wollen die Mitglieder von dem Netzwerk nutzen? Was kann jeder Einzelne einbringen? In einem open space Format wurde ein reicher Pool an Themen gesammelt, neue Arbeitsgruppen geschaffen und langfristige Ziele aufgestellt.

2017: Partizipation

Bewusst weit gesetzt, wurden bei diesem Netzwerktreffen Themen diskutiert, die Theaterschaffende aktuell umtreiben - von theaterpädagogischen, künstlerischen, konzeptionellen bis hin zu institutionell-strukturellen Fragen und Ansätzen, die die Einbeziehung und Mitwirkung diverser Akteure in Entscheidungs-, Willensbildungs- und (künstlerische) Schaffensprozesse diskutieren.

Diskussionsrunden bildeten sich u.a. unter den Titeln „Partizipation - zwischen Identifikation und künstlerischem Mehrwert“, „Diversifikation in Publikum, Programm und Personal“, „Motivation zu Partizipation“, „Partizipation im Musiktheater - möglich und sinnvoll?“. Warum macht man Bürgerbühnen? Wie geht künstlerische Hochkultur mit Partizipation einher? Kann Partizipation während einer Vorstellung stattfinden? Inwiefern spielen die Technik und die sozialen Medien dabei eine Rolle? Wie kann man Partizipation bspw. in Bezug auf die Umsetzung von Repertoire-Werken gestalten?

2016: 40.000 Theatermitarbeiter*innen treffen ihre Abgeordneten

Im Zentrum des Netzwerktreffens stand die Aktion "40.000 Theatermitarbeiter*innen treffen ihre Abgeordneten“, initiiert von Harald Wolff und Gregor Sturm, Alumnus der Weiterbildung 2016. Idee der Aktion ist es, die Theater als Diskursräume der Öffentlichkeit, als unverzichtbare Institutionen der demokratischen Gesellschaft ins Bewusstsein der Politiker, die über die Verteilung öffentlicher Gelder entscheiden, (zurück) zu holen. In persönlichen und informellen Gesprächen sollen Theatermitarbeiter den Landtagsabgeordneten ihres Wahlkreises über die Theaterarbeit im Allgemeinen und Speziellen sprechen, sie für das Theater begeistern und bitten, die Interessen der Theaterschaffenden zu unterstützen.

Diese Idee spiegelte sich auch beim Netzwerktreffen wider. Wie begeistert man theaterferne Menschen für die darstellenden Künste? Was sind Argumente FÜR das Theater, die auch Nicht-Besuchern einleuchten? Welche gesellschaftliche Rolle wünschen wir uns für das Theater der Zukunft? Wie offen werden Themen wirklich verhandelt im Theater, wie oft geht es nur um die Vergewisserung, moralisch gemeinsam auf der richtigen Seite zu stehen? Wie kann die Politik helfen, die Arbeitsbedingungen der Theaterschaffenden zu verbessern?

Im Open Space Format widmeten sich Arbeitsgruppen Fragen und Themen wie „Chancen des Theaters für ein demokratische Gesellschaft“, „Das Publikum als Mitgestalter“, „Mitarbeitergespräche und Nichtverlängerungsgespräche“, „Honorarkraft oder fest angestellt? Rechtsformen und Arbeitsverträge in der freien Szene − langfristige Strategien“ und „Über Geld spricht man nicht“.

2015: Die Revolution der Formate und ihre Folgen fürs Kerngeschäft

Bürgerbühnen, partizipative Formate, Stückentwicklungen, kollektive Arbeitsweisen, internes Change Management, Bildung von Netzwerken und Kooperationen mit anderen/ kunstfremden Institutionen der Stadt, Integration der Freien Szene in Stadt- und Staatstheater, Digitalisierung… Im Zuge der Senkung von Barrieren, der Öffnung in die Stadt, der Ansprache von neuem Publikum haben fast alle Theater im deutschsprachigen Raum eine Vielzahl von neuen Formaten entwickelt oder etabliert, mit denen sie das Konzept von Bühne und Publikum aufbrechen, klassische Stoffe verlassen, die Trennung von Sparten und Genres überwinden, hierarchische Arbeitsweisen hinter sich lassen. Dies geschieht (meist) neben dem sogenannten Kerngeschäft. Doch worin besteht es eigentlich? Und wie sehen die Wechselwirkungen zwischen neuen Formaten und „altem Theater“ aus?

Wie verändern sie das Stadt- und Staatstheater und was wird (daneben?) auf der großen Bühne gespielt? Inwiefern verändert sich durch die neuen Formate auch das Selbstverständnis der Institutionen und deren Wahrnehmung in der Bevölkerung? Auch bei der Alumniveranstaltung haben wir ein neues Format erkundet und die Expertise unserer Alumni und Stamm-Dozenten genutzt, um dieses Thema zu erörtern. Im Sinne eines OPEN SPACE wurde das Programm der Veranstaltung von den Teilnehmern selbst gestaltet.

2014: Dimensionen von Verantwortung im Theater

Egal, in welcher Abteilung oder Position, jeder Theatermitarbeiter trägt Verantwortung: für sich selbst, die Kollegen, die Produktion, das Haus, den Berufsstand. Gerade die intrinsische Motivation der meisten Kunstschaffenden, das Leben für den Beruf und die Kunst birgt jedoch die Gefahr, die Gesundheit außer Acht zu lassen. „Burnout“ ist in letzter Zeit auch im Theater häufig als Grund für Krankmeldungen angegeben worden. Unfaire Arbeitsbedingungen werden „für die Kunst“ in Kauf genommen.

Mit der Wanderausstellung „brenne und sei dankbar“ der Schauspielerin und Regisseurin Gesche Piening wurde das Klischee des prekären Künstlerlebens mit harten Fakten und Zahlen zur Situation der freien Theater- und Tanzschaffenden in Deutschland unterfüttert.

Zur Annäherung an einen verantwortungsvollen Umgang mit den persönlichen Ressourcen und jenen des Arbeitsumfelds konnte im Workshop zum „Elevator Pitch“ ausprobiert werden, wie man die knappe Zeit und Aufmerksamkeit seines Gegenübers am effektivsten nutzt, um sein Anliegen zu präsentieren. Anschließend wurde in drei Tischgesprächen die Diskussion eröffnet und mit Christiane Pitz, Dagmar Birke, Anita Bader und Gesche Piening folgende Fragen erörtert: Warum engagieren sich Theaterschaffende nicht stärker für die Gemeinschaft, für bessere Arbeitsbedingungen etc.? Liegt es in der Selbstverantwortung des Einzelnen, Arbeitsstandards für die Allgemeinheit zu wahren bzw. neu zu setzen, sich nicht unter Wert zu verkaufen und sich auch als Künstler mit finanziellen Belangen zu befassen? Thema Selbstsorge: Wie pflegt man einen gesunden Umgang mit den eigenen Kräften, wie setzt man Schranken? Und: Wie weit reicht der Verantwortungsbereich eines Intendanten und wo sind seine Grenzen?

Referentinnen

Gesche Piening, Anita Bader, Dagmar Birke, Christiane Pitz

2013: Organisationskultur am Theater?

Sowohl in den einzelnen Jahrgängen unserer Weiterbildung als auch im Rahmen der Alumni-Veranstaltungen wurde immer wieder von einer großen Diskrepanz zwischen den moralischen und gesellschaftlichen Ansprüchen der Theaterkunst und den innerhalb des Theaterbetriebes gelebten hierarchischen Strukturen berichtet: Ein Missstand, der sich auch in der vorherrschenden Organisationskultur einiger Theater wiederfinden lässt. Die Frage, inwiefern der Begriff der Organisationskultur für Kulturbetriebe relevant ist, stand im Fokus dieser Alumni-Veranstaltung.

In den Vorträgen, Diskussionen und Workshops wurden unterschiedliche Aspekte von Organisationskultur wie Unternehmensethik, Leitbild- und Personalentwicklung thematisiert. So ist beispielsweise die Leitbildentwicklung als unternehmensethisches Instrument ein in zahlreichen Organisationen verbreitetes Verfahren, das Selbstverständnis und die Grundwerte eines Unternehmens festzuhalten. Dadurch prägt ein Leitbild die organisatorische Gestaltung sowohl nach innen als auch nach außen. Inwiefern sich dieses Modell für Theater und vergleichbare Kulturorganisationen bewähren kann, wurde insbesondere mit unserem Dozenten Daniel Ris im Rahmen seiner Ausführungen zur Unternehmensethik für den Kulturbetrieb diskutiert.

Eine weitere Perspektive, um über Unternehmenskultur am Theater nachzudenken bietet der – von vielen Theatern bislang kaum beachtete – Bereich der Personalentwicklung. Anhand des Beispiels des Niedersächsischen Staatstheaters Hannover wurde sich gemeinsam mit Stefan Votel mit Unternehmenskultur und Rollenverständnis von Führungskräften am Theater auseinandergesetzt.

Referenten

Tiziana Bruno, Daniel Ris, Stefan Votel

2011: Workshop Veränderungsprozesse im Theater- und Musikmanagement

Theater- und Musikbetriebe sind tagtäglich Veränderungsprozessen unterworfen: Neben den vieldiskutierten Sparmaßnahmen der öffentlichen Haushalte führen auch der demographische Wandel, die Notwendigkeit, sich auf sich verändernde Freizeitbedürfnisse und -gewohnheiten des Publikums einzustellen sowie nicht zuletzt künstlerische Überlegungen und Experimente zu tiefgreifenden Veränderungen der einzelnen Institutionen. Die Steuerung derartiger Veränderungsprozesse in der Privatwirtschaft wird häufig unter dem Schlagwort Change Management behandelt.

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Veränderungsprozesse im Theater- und Musikbereich sind aufgrund von unterschiedlichsten Führungskonstellationen, der Tatsache, dass die Ergebnisse der Arbeit immer auch in der Öffentlichkeit präsent sind und der Heterogenität der verschiedenen Berufsgruppen und ihrer jeweiligen Funktionen sehr komplex. Der Workshop setzt sich zum Ziel, Veränderungsprozesse im Kulturbereich auf Ebene des Betriebs zu untersuchen und anhand von selbst gewählten Fallbeispielen gemeinsam zu erarbeiten, welche Auswirkungen bestimmte Veränderungsprozesse auf die Häuser und ihre Mitarbeiter haben, wie sie ablaufen (könnten) und wie sie zu implementieren sind. Um den oben angedeuteten Veränderungen möglichst vorausschauend begegnen zu können, sollen im Rahmen des Workshops am 16. Oktober u.a. folgende Fragen behandelt werden:

  • Welche Modelle und Methoden lassen sich auf den Kulturbereich übertragen, um Veränderungsprozesse aktiv und erfolgreich zu gestalten?
  • Welche besonderen Anforderungen stellen Veränderungsprozesse an die Führungskräfte?

Referentin

Tiziana Bruno

2010: Workshop Zukünftige Modelle für die Theaterlandschaft

Im Dezember 2007 wurde der Schlussbericht der Enquete Kommission „Kultur in Deutschland“ veröffentlicht. In diesem empfiehlt die Kommission den Ländern und Kommunen, „regionale Theaterentwicklungsplanungen zu erstellen, mittelfristig umzusetzen und langfristig die Förderung auch darauf auszurichten, inwiefern die Theater (…) und Opern auch Kulturvermittlung betreiben, um möglichst breite Schichten der Bevölkerung zu erreichen“.

Im Rahmen der Veranstaltung wird untersucht, welche Auswirkungen das Gutachten auf die Kulturpolitik hatte und was heute kulturpolitische Aufgaben, Kriterien, Konzeptionen, Ziele sind. Unter anderem auf diese Themenaspekte geht Prof. Dr. Wolfgang Schneider in seinem Vortrag "Kulturpolitische Anmerkungen zum dramatischen Kunstbetrieb" ein.

Im Mittelpunkt des daran anschließenden Workshops stehen folgende Fragen:

  • Wie könnte ein neues System (Theater und Konzertsysteme) in Zukunft aussehen? Welche neuen Strukturen braucht es?
  • Welche Rahmenbedingungen sind nötig? Was kann die Kulturpolitik dazu beitragen? Was können die Theater dazu beitragen?
  • Welche Spiel- und Handlungsspielräume hat das einzelne Theater / können Sie als Akteure heute und morgen nutzen?

Referent

Prof. Dr. Wolfgang Schneider

2009: Symposium Governance der Künste

Etatkürzungen, Fusionspläne, Schließungen – Schlagworte wie diese prägen seit geraumer Zeit die öffentliche Diskussion über Kulturinstitutionen in Deutschland. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen steht meist die Suche nach kurz- und mittelfristigen Einsparpotentialen. Um jedoch die einzigartige Dichte und Vielfalt von Kunst- und Kulturangeboten langfristig und auch in wirtschaftlichen Krisenzeiten aufrechterhalten zu können, sind Strukturreformen unabdingbar.

Voraussetzung für solche Maßnahmen ist eine möglichst profunde Kenntnis der Strukturen und Prozesse, der Vielzahl von Institutionen und Akteuren mit ihren wechselseitigen Abhängigkeiten. Das Konzept der Governance nimmt das Zusammenwirken von staatlicher Steuerung und gesellschaftlicher Selbststeuerung in den Blick. Damit liefert es eine besonders geeignete Perspektive auf das komplexe System der Kulturinstitutionen in Deutschland.

Während der Begriff der Governance in den Sozial-, Politik- und Wirtschaftswissenschaften fest etabliert ist, wird er hier erstmals im Rahmen einer Tagung auf das Feld der Künste angewandt. Die folgenden Fragekomplexe werden dabei diskutiert:

  • Welche Formen, Institutionen und Mechanismen von Governance existieren auf der Makroebene von Staat und Politik sowie auf der Mikroebene des einzelnen Kunstbetriebs und zwischen beiden Ebenen?
  • (Wie) Lässt sich Kunst steuern? Wer kann/darf steuern, wer kontrolliert, welche Ziele werden verwirklicht oder eben nicht?
  • Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Kunstfreiheit?
  • (Wie) Haben Governance-Fragen Einfluss auf die künstlerische Qualität oder die Wirtschaftlichkeit?
  • Lassen sich Modelle aus Politik, Verwaltung und Betriebswirtschaft anderer Länder auf die Verhältnisse in Deutschland anwenden?

Die Tagung zielt auf eine erste Bestandsaufnahme der vielfältigen Konstellationen aus Governance-Perspektive und will einen Beitrag leisten, den Governance-Begriff für die Künste nutzbar zu machen.

Referenten

Prof. Dr. Christopher Balme, Prof. Dr. Edgar Grande, Julia Friedenberger, Prof. Dr. Armin Klein, Dr. Bianca Michaels, Prof. Dr. Julian Nieda-Rümelin, Prof. Dr. Oliver Scheytt, Dr. Bernd Wagner, Prof. Klaus Zehelein